Barbara und Jenna Bush
© Getty Barbara und Jenna Bush

Barbara und Jenna Bush Party, wir kommen

Einen Sack Flöhe zu hüten, ist nichts dagegen: die Bush-Zwillinge Barbara und Jenna sorgen mal wieder für Schlagzeilen. Und für heiße Gerüchte. Bei Papa George W. läuten die Alarmglocken

Barbara ist ruhiger, heißt es, ein Bücherwurm. Jenna dagegen geselliger, das geborene Partygirl. Die Beschreibung enger Freunde trifft auf die Bush-Töchter allerdings nur so lange zu, bis sie zusammen losziehen. Treten die 24-jährigen US-Präsidenten-Kids im Doppelpack auf, scheint das wilde Partygirl den stillen Bücherwurm im Nu mit seiner Lebenslust zu infizieren. Und aus Barbara und Jenna entsteht eine brisante Mixtur, die es immer mal wieder tüchtig krachen lässt.

Dabei schien es doch ruhiger geworden um die Zwillinge nach all den Exzessen damals und schließlich dem Machtwort von Großmutter Barbara Bush. Und wenn Jenna jetzt allein ins ferne Argentinien gereist wäre, um für Unicef zu arbeiten, hätte die Welt vermutlich nicht weiter Notiz davon genommen. Doch dann standen noch entspannte Tage in Buenos Aires auf dem Programm - mit ihrer Schwester. Alles begann damit, dass Barbara in einem Restaurant beim Lunch die Handtasche samt Handy geklaut wurde. Und das im Beisein mehrerer Leibwächter. Da nutzte dann der hektische Hotelwechsel auch nichts mehr, alle hatten die jungen Damen in Argentinien von da an im Visier. Und in Washington trudelten täglich schlimmere News ein: Die "First Twins" hätten zum Dinner Lachs gegessen und dazu nicht weniger als drei Flaschen Wein getrunken. Nackt seien sie über den Hotelflur gerannt. Und bei einem Fußballspiel der Boca Juniors im Stadion La Bombonera saßen sie in der Ehrenloge ausgerechnet gleich neben Diego Maradona. Der skandalumwitterte Ex-Kicker hatte kurz zuvor Präsident George W. Bush bei einer Protestaktion als "menschlichen Müll" bezeichnet.

Da waren sie wieder, die bösen Schlagzeilen in aller Welt. Und mit ihnen kam die Erinnerung. An wüste Partys in Austin, Texas, auf denen die Zwillinge mit Alkohol erwischt wurden. Gerade 19 waren sie damals und somit nach US-Gesetz minderjährig. Die Strafe: Sozialdienste und ein Monat Führerschein-Entzug. Ein andermal benutzte Jenna einen gefälschten Ausweis, um sich in einen Club zu mogeln. Die Strafe: Bußgeld. Ausgerechnet während der sensiblen Wahlkampagnen 2004 feierten die "unkontrollierten Partygirls", wie die US-Presse sie empört betitelte, in einem New Yorker Club mit Freunden. Und mit Wodka im Wert von 4500 Dollar. Nach diesem Exzess schlug dann Oma Barbara auf den Tisch. Mit strengen Worten wollte sie ihre Enkelinnen zur Vernunft bringen. Immerhin: Barbara machte bald darauf ihren Abschluss in Geisteswissenschaften an der Universität Yale, arbeitet seitdem für eine Aids-Organisation. Jenna studierte zunächst an der Uni Texas und unterrichtet mittlerweile an einer öffentlichen Schule in Washington. Zeit zum Aufatmen im Hause Bush, besonders bei Mutter Laura. "Sie ist sehr froh, dass ihre Töchter die wilde Phase hinter sich haben", zitierte das US-Magazin "Globe" noch im vergangenen März eine Vertraute Lauras. Denkste.

Das Argentinien-Abenteuer jetzt ging sogar Mr President zu weit. Wenn sein Ansehen schon angekratzt ist, dann müssen seine Zwillinge es ja nicht noch mehr ramponieren, oder? Immerhin stehen 2008 die Präsidentschaftswahlen an, bei denen sich die Republikaner möglichst wieder behaupten wollen. Doch angeblich forderte nicht Bush selbst Barbara und Jenna auf, Argentinien schnellstmöglich zu verlassen. Offiziell legte ihnen das die US-Botschaft vor Ort nahe, was diese nach Bekanntwerden aber sogleich dementierte. Die Berichte seien falsch, im Gegenteil, die Botschaft freue sich über den Besuch der Zwillinge, hieß es, und biete ihnen Unterstützung und Schutz an. Eine Richtigstellung als Ablenkung? Um die Wogen rund um die Geschehnisse schnell zu glätten? Immerhin: Barbara, die eine Minute ältere Schwester, flog zurück in die USA. Jenna aber blieb. Der Grund dafür saß beim Fußball auch mit in der Loge, ist Student und heißt Ramiro Gonzales Palazzo. In ihn hat sich Jenna verliebt. Und er hat auch gleich über sein Glück gesprochen. "Ich habe viel Spaß, wenn wir zusammen sind", versicherte der 25-Jährige dem argentinischen Wochenmagazin "Caras". "Wenn wir essen gehen, zahlt jeder selbst, Jenna erlaubt niemandem, sie einzuladen."

Das schmeckt dem Weißen Haus nicht. Prompt folgte ein weiteres Dementi. Wäre ja auch wirklich unglaublich: Noch bis Mitte des Jahres hatten Jennas Eltern gehofft, sie würde ihren damaligen Freund, den Politikerspross Henry Hager, heiraten. Sogar von einer Doppelhochzeit war bereits die Rede, schließlich ist Barbara doch auch fest liiert: mit einem Yale-Studenten. Da passt die argentinische Romanze von Jenna so gar nicht ins Bush-Bild. Ist sie doch genau so unkontrollierbar, wie die Zwillinge selbst. Damit aber werden sich George W. und Laura wohl abfinden müssen. Es heißt, die Eltern möchten, dass die Girls unbedingt ihrer Arbeit nachgehen. Fragt sich nur, ob 2007 auch Dienstreisen erlaubt sind.